Universitätsschule

Am 08.11.2011 wurde das Berufliche Schulzentrum Forchheim zur “Universitätsschule” ernannt. Im Rahmen einer Gesamtlehrerkonferenz überreichte Professor Sembill (Lehrstuhlinhaber Wirtschaftspädagogik an der Universität Bamberg) die Ernennungsurkunde in Anwesenheit von Regierungsschuldirektor Reitmeier (Vertreter der Regierung Oberfranken) an die Schulleiterin des BSZ Forchheim. Herr Reitmeier betonte in seiner Ansprache die besondere Bedeutung der Kooperation von Schule und Universität für die Lehrerausbildung.

Professor Sembill stellte nach einigen einleitenden Bemerkungen das Grundkonzept und  die Aufgaben der Universitätsschulen im Rahmen des Studiums vor. Als Konzept  für das BSZ Forchheim schlug Professor Sembill das Projekt „Reduzierung von Stress im Unterricht und in der Schule“ evtl. in Verbindung mit dem Projekt „Migrationsprobleme als Folge multipler Sprachlosigkeit“ vor. Im zweiten Teil referierte er über Prozesse im Gehirn und die besondere Bedeutung der Emotionen beim Lernprozess. Nähere Informationen zu den Forschungsfeldern finden sich hier.

Grundidee des Universitätsschulkonzepts ist es, die Lehrerbildung in den Bereichen Universität, Referendariat und Schule miteinander zu verzahnen. Der universitäre Alltag wird mit der Schulwirklichkeit auf professioneller Ebene zusammengeführt.

Das Universitätsschulkonzept soll die Wirtschaftspädagogik-Studierenden noch enger mit ihren zukünftigen Einsatzort Schule verknüpfen. Bereits in den ersten drei Semestern können sie im Schnupperpraktikum an einer der drei Universitätsschulen Oberfrankens den Alltag eines Lehrers miterleben. Sie knüpfen erste Kontakte mit den Patenlehrkräften und lernen die schulische Praxis kennen. Im ersten Schuljahr sollen insgesamt zwanzig Schnupperpraktikanten an unsere Schule kommen. Sie werden von den Patenlehrkräften StR Christine Koch und StR Klaus Rohde betreut.

Mit weiterem Verlauf des Studiums besuchen die Studenten die sogenannten „Schulpraktischen Übungen“. In der Universität werden sie auf diese in einem Seminar vorbereitet. Sie lernen eine Unterrichtsstunde vorzubereiten sowie die organisatorischen und sozio-kulturellen Bedingungen in die Planung von Unterricht einzubeziehen. Im Rahmen dieser Vorbereitung haben in diesem Schuljahr Studenten ihren ersten Unterricht gehalten, den sie an der Universität theoretisch vorbereitet und geplant haben. So mit ersten Unterrichtserfahrungen gewappnet, kommen die Studierenden für zwei bis vier Wochen zum Schulpraktikum an eine der Universitätsschulen. Während des Schulpraktikums halten die Studierenden in den Klassen, in denen sie den Unterricht hospitieren, mindestens einen weiteren Unterrichtsversuch. Sie sprechen sich dabei sowohl mit den Patenlehrkräften als auch mit den Kollegen ab, die die jeweilige Klasse unterrichten.

Neben der Vorbereitung dieser Lehrversuche führen die Patenlehrkräfte die Studenten in den Schulalltag ein. Wie die Umsetzung in der Praxis aussehen könnte, zeigt ein gemeinsam mit dem Seminarlehrer Andreas Hoh entwickeltes Modellkonzept. So lernen sie beispielsweise den Aufbau einer traditionellen Unterrichtsstunde im Vergleich zu selbstorganisationsoffenen Lehr-Lern-Arrangements kennen. Sie werden mit typischen Schulverwaltungsaufgaben vertraut gemacht und bekommen erste Einblicke in  schulrechtliche Regelungen.

(v.l.n.r. Herr Professor Sembill, Schulleiterin Elisabeth Bräunig, Regierungsschuldirektor Herr Reitmeier)